Unsere Liebsten: Die Favorites der Redaktion 2025
In unserer Reihe „Unsere Liebsten“ findet ihr hier die Film-Favorites 2025 der FILMLÖWIN-Redaktion – wie immer in unbestimmter Reihenfolge:
Ein Tag ohne Frauen von Pamela Hogan
„Der Frauenstreik wirkt nach: In den Jahren nach dem Streik bekam Island die weltweit erste Präsidentin, es wurden Gesetze für Lohngleichheit und gegen häusliche Gewalt verabschiedet, Frauen erhielten Zugang zum Bauernverband und zur juristischen Fakultät. Vor allem hat sich die Erfahrung, etwas bewirken zu können, ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Auch davon erzählt Ein Tag ohne Frauen.“
Aus der FILMLÖWIN-Kurzkritik

© RiseAndShine Cinema
Mond von Kurdwin Ayub
„Der Druck war natürlich sehr groß. Aber ich hab dann gelernt, dass der Film nicht bei jedem gut ankommt. Genauso ist Sonne auch nicht bei jedem angekommen und das ist okay. Wenn man gewagte Sachen macht, dann kann es sein, dass es polarisiert. Damit musste ich umgehen lernen bei Mond. Lustigerweise glauben alle, Sonne ist ein persönlicherer Film, aber eigentlich ist es Mond. Wenn Leute bei Sonne irgendwie schlecht geredet haben, hinter meinem Rücken oder so und ich das erfahren hab, hat es nicht so weh getan, wie bei Mond.“
Aus dem FILMLÖWIN-Interview mit Kurdwin Ayub.

©Grandfilm UlrichSeidlFilmproduktion
The Last Expedition von Eliza Kubarska
„Die Regisseurin ist selbst polnische Bergsteigerin und kennt die Schwierigkeiten der Szene. Der Film kann auch als Huldigung an Wanda, ihre Erfolge und ihre Vorarbeit als Frau in einem sehr männlich geprägten Feld gelesen werden. Eliza Kubarska kann davon heute profitieren und diesen weiter währenden Kampf fortführen. Sie schafft es, den schmalen Grat zwischen Emotionalität und Objektivität zu finden und den Zuschauenden Raum zu lassen für eigene Interpretationen und Bewertungen.“
Zur FILMLÖWIN-Filmkritik.

© RiceAndShine Cinema
Die My Love von Lynne Ramsay
„In Die My Love interessiert sich Regisseurin Lynne Ramsay nicht für binäre Wertungen und zeigt stattdessen eine Frau, die ihr Kind liebt und umsorgt, aber immer und immer wieder gegen die unsichtbaren Stäbe im Käfig heteronormativer Mutterschaft stößt.“
Mehr in der FILMLÖWIN-Kurzkritik.

©MUBI_Credit_Kimberley-French
Die zärtliche Revolution von Annelie Boroș
„Mir war es von Anfang an sehr wichtig, nicht nur die Problematik zu zeigen, sondern auch einen Film zu machen, der Bock auf Fürsorge macht, und zu zeigen, wie man Fürsorge gut gestalten kann. Meine Idee ist, in einer Welt zu leben, in der es möglich ist, sich gut zu kümmern. Ich wollte herausfinden, wie so eine Welt sein kann: Wie leben Leute heute schon so oder wie arbeiten sie daran, dass sich etwas verändert? Was sind ihre Ideen und Ansätze? Ich glaube, für viele Menschen kann Fürsorge etwas sehr sehr Schönes, Sinnstiftendes, Verbindendes sein, das nur durch die Bedingungen so ausbeuterisch ist. “
Zum vollständigen Interview mit Annelie Boroș.

© W-Film
Sorry, Baby von Eva Victor
„Auch insgesamt ist Sorry, Baby ein sehr queerer Film, dessen Queerness nicht auf das Darstellen queerer Charaktere oder Beziehungen beschränkt ist. Die nichtlineare Erzählweise funktioniert einerseits gut, um die Nichtlinearität von Trauma darzustellen, sie funktioniert aber auch als Darstellung queerer Zeiterfahrung, deren Abläufe und Rhythmen nicht mit heteronormativen Lebensabläufen übereinstimmen. Queer ist auch der Fokus auf die Freundschaft zwischen Agnes und Lydie.“
Zur Filmkritik und zum Interview zum Film.

© A24
The Assessment von Fleur Fortuné
„Fleur Fortuné entwirft ein Zukunftsszenario, in dem ein kleiner Teil der Menschheit mit Hilfe moderner Medizin unsterblich geworden ist und daher zur Schonung der knappen Ressourcen Reproduktion auf ein Minimum reduziert hat. Doch womit die Planer*innen dieser Dystopie nicht gerechnet haben, ist das menschliche Bedürfnis nach elterlicher Fürsorge, das jeder Ressourcenlogik trotzt. […] Überhaupt ist The Assessment insofern gelungene Science Fiction, als dass der Film ein vermeintlich weit von uns entrücktes Zukunftsszenario nutzt, um ganz reale gesellschaftliche Probleme zu verhandeln. Wer darf sich fortpflanzen und warum?“
Aus der FILMLÖWIN-Filmkritik.

© Capelight
Bird von Andrea Arnold
„Aber da ist noch etwas anderes, das diesem Film gelingt, um sein Publikum zu binden, und das ist die emotionale Brücke, ist die subtile Arbeit mit Bild und Ton, die Baileys Sehnsucht auf der Gefühlsebene vermittelt, die Sehnsucht nach Halt, nach Sicherheit, nach Geborgenheit, die uns allen bekannt ist, uns alle verbindet. Und trotz der überdeutlichen Not der Figuren findet Bird schließlich ein empowerndes Ende, einen Blick auf die Stärke vermeintlich verlorener Menschen, einen Ausweg aus der Spirale fehlender Geborgenheit. Und spendet uns damit jenen Trost, den Bird Bailey bietet.“

© MFA
- Bon Voyage – Kurzkritik - 22. Dezember 2025
- Unsere Liebsten: Die Favorites der Redaktion 2025 - 22. Dezember 2025
- Verlosung: Kinotickets + Buch zu DIE JÜNGSTE TOCHTER - 17. Dezember 2025




[…] Unsere Liebsten: Die Favorites der Redaktion 2025 Die Filmlöwinnen haben wie immer eine wunderbare Filmliste zusammengestellt, die einen Schwerpunkt auf Frauen im Film bzw. Diversität allgemein hat. […]