Entdecken: Queere Filme

Queere Perspektiven sind im Kino oft marginalisiert. Queere Filmschaffende sind innerhalb der Film- und Fernsehindustrie besonders stark von Diskriminierung betroffen, insbesondere für Schauspieler*innen ist ein Outing immer noch mit begründeten Ängsten vor einem Karriereknick verbunden. Gleichzeitig sind queere Figuren in Filmen noch immer selten und häufig stereotyp dargestellt.

Trotz allem gibt es queere Perspektiven im Kino seit es das Kino selbst gibt. Umso wichtiger ist es, queeres Filmschaffen sichtbar zu machen. Deshalb liegt bei FILMLÖWIN einer unserer Schwerpunkte auf Filmen, die queere Lebensrealitäten erzählen, hinterfragen oder neu denken.

Hier findest Du alle Texte zu queeren Filmen und Themen.

Eine kleine Auswahl unserer Texte

© Cine Global

Life Is not A Competition, But I’m Winning von Julia Fuhr Mann (Filmkritik von Giancarlo M. Sandoval)

In Life is not a competition, but I am winning, dem genreübergreifenden Dokumentarfilm von Julia Fuhr Mann, wird die Geschichte des Laufens als olympische Sportart nicht nur wiederbelebt und kritisiert, sondern im Sinne einer kritischen Geschichtsschreibung kritisch interveniert.

© Salzgeber

Rafiki von Wanuri Kahiu (Filmkritik von Nadine Schindler)

Eine Erzählung, die per se, so die Regisseurin über ihren Film (…) nicht politisch sein sollte (…). Aber der Film spielt in Kenia, mit Schwarzen Schauspielerinnen in den Hauptrollen, so wird er dann doch politisch. Entwickelt sich zwischen ihnen zudem noch eine homosexuelle Liebesbeziehung mit einem hoffnungsvollen Ende, ist der Film sogar so politisch, dass er im Heimatland, in dem Homosexualität bis heute als strafbar gilt.

© Salzgeber

Blue Jean von Georgia Oakley (Filmkritik von Lea Gronenberg)

Blue Jean taucht mit seinem kompletten Look-and-feel in den Zeitgeist der 1980er Jahre Großbritanniens ein, seine Botschaft reicht allerdings darüber hinaus. Mit großer Einfühlsamkeit spürt Georgia Oakley  dem zeithistorischen Geschehen nach und macht ihrem Publikum die Komplexität gesellschaftlicher Ausschlüsse queerer Personen im Zusammenspiel gesellschaftlicher Debatten und Gesetzgebungen begreiflich.

© Salzgeber

Orlando, meine politische Biografie von Paul B. Preciado (Filmkritik von Giancarlo M. Sandoval)

In seinem Spielfilmdebüt Orlando, meine politische Biografie folgt Preciado der essayistischen Metaperspektive des verspieltesten Queer-Films, um einen Dialog mit Virginia Woolfs Orlando zu führen. Weit von einer einfache Adaption entfernt, versucht Preciado, nicht nur sein Leben durch Woolfs Text zu verstehen, sondern das Leben von Trans-Menschen im Allgemeinen, nicht als Konzept, sondern als Körper.

© Salzgeber

Genderation von Monika Treut (Filmkritik von Jul Tirler)

Mit Genderation kehrt Monika Treut nach mehr als zwei Jahrzehnten zu einigen der legendären Protagonist:innen ihres Dokumentarfilms Gendernauts in die Bay Area um San Francisco zurück. (…) Genderation thematisiert neben Gentrifizierung und der jahrelangen Prekarität seiner Protagonist:innen auch Themen wie queere und trans* Wahl/Verwandtschaften, Alter, Krankheit und die katastrophalen Folgen der Trump-Rregierung für Transrechte (…).

© Jane Schoenbrun

Interview mit Jane Schoenbrun zu I Saw The TV Glow (geführt von Giancarlo M. Sandoval)

Der Film spielt in der Online-Community von Creepypasta und handelt von diesen Kindern, die ein Online-Horror-Rollenspiel spielen, um darüber zu sprechen, wie wir in der Fiktion nach uns selbst suchen, bevor wir bereit sind, uns in der Realität zu suchen. Als ich diesen Film drehte und dann mit meiner Transition begann und mich mit den Folgen der frühen Transition auseinandersetzte, gab es viele Dinge, die in Trans-Erzählungen normalerweise nicht auf der Leinwand gezeigt werden. So sehr es auch eine sehr freudige Erfahrung ist, zu sich selbst zu finden, so ist es doch auch ziemlich traumatisch und überwältigend.

Portrait einer jungen Frau in Flammen

© Alamode Film

Porträt einer jungen Frau in Flammen von Céline Sciamma (Filmkritik von Sophie Charlotte Rieger)

Porträt einer jungen Frau in Flammen ist durch und durch ein Film über das Spannungsverhältnis zwischen blickendem Subjekt und angeblicktem Objekt, darüber wie wir einander sehen und erkennen, wie Blicke Beziehung und Machtverhältnisse etablieren, aber auch darüber, wie wir diese verändern oder gar auflösen können. Doch all diesen Überlegungen zum Trotz hat Céline Sciamma keinen verkopften, sondern einen überaus sinnlichen Film geschaffen, der das wachsende Begehren und die leise aufblühende Liebe zwischen den beiden Frauen* in intimen Bildern zu transportieren weiß

Weiterstöbern

Weil Queerness ein breiter Begriff ist, arbeiten wir mit einigen Unterkategorien, um Teilbereiche queerer Lebensrealitäten besser sichtbar und für euch auffindbar zu machen.

Hier findest Du alle Texte zu lesbischen Filmen und Perspektiven.

Hier findest Du alle Texte zu Filmen über trans Identitäten.