#staythefuckhome: Zeit für einen feministischen Filmmarathon

Um die rasante Verbreitung von COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) zu bremsen, wird dazu aufgerufen nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Das ist nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern auch die perfekte Gelegenheit für einen feministischen Filmmarathon. FILMLÖWIN hat für euch Streamingdienste und Mediatheken durchforstet. Also versorgt euch mit einer Hamsterportion Popcorn und #staythefuckhome

Mediatheken

Der Wunsch nach einer eigenen Wohnung, einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben führt zum Bruch mit Aynurs traditioneller Familie. Das Drama Nur eine Frau portraitiert Hatun Aynur Sürücü, die 2005 von ihrem jüngsten Bruder erschossen wurde und ist bis zum 24. März in der ARD-Mediathek verfügbar.

Wir alle kennen einen Menschen wie Ania, eine Person, die so unsichtbar wie möglich sein möchte, deren Körper sich selbst so verleugnet, dass er abwesend erscheint. Doch dann verliebt sich Ania – in einen Wolf. Die märchenhafte Erzählung Wild könnt ihr noch bis zum 10. April bei arte sehen.

Netflix

Schwermütige Verliebte und die Geister ihrer Vermissten. Dazwischen der Atlantik — mal still, mal tosend. Atlantics von Regisseurin Mati Diop verbindet übernatürliche Elemente mit der Sehnsucht einer adoleszenten Frau, ohne das Publikum in seiner Dramatik mit Fantasyelementen zu überfordern.

Systemsprenger zeigt ein junges Mädchen, das durch alle Raster des Sozialsystems fällt. Nora Fingscheidt fordert uns heraus. Ihr Debütfilm ist intensiv und im besten Sinne anstrengend.

Ausgerechnet ein Film über Jackie Kennedy, die ja vornehmlich für ihren Ehemann bekannt war, setzt neue Maßstäbe für das weibliche* Bio-Pic. Jackie zeichnet eine ambivalente Figur, die sich weder den Stempel der Heiligen, noch den der Hure aufdrücken lässt, mehr Fragen weckt als sie beantwortet und gerade dadurch an Größe und Faszination gewinnt.

Amazon prime

Rebellinnen taugt sicher nicht als sozialkritische Analyse, unterhält seine Zuschauer:innen aber mit rabenschwarzem Humor. Immerhin verzichtet Allan Mauduit auf sexistische Flachwitze, die im Genre der Gangsterkomödie allzu üblich sind. Stattdessen dürfen Frauen* in diesem Film austeilen – ohne Rücksicht auf Geschmacklosigkeiten.

Todd Haynes macht vieles richtig bei seiner Inszenierung einer lesbischen Liebesgeschichte. Carol folgt den klassischen Regeln des romantischen Melodrams, mit bewegender Filmmusik, intensiven Blicken und zahlreichen Sehnsuchtsmomenten.

Welche Filme dürfen bei eurem Heimkinomarathon auf keinen Fall fehlen? Wir freuen uns über eure Ergänzungen in den Kommentaren. Bleibt gesund und falls nicht: Abstand halten und in die Armbeuge husten!

Lea Gronenberg