Amma & Appa

© Zorrofilms

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Die wahre Liebe soll ja angeblich alle Grenzen überwinden – geographische, kulturelle, und sprachliche – und das Hollywoodkino wird nicht müde zu behaupten, dass wahre Liebe zur Überwindung jeglicher Beziehungshürden absolut ausreiche. Dass die Realität anders aussieht, zeigt der Dokumentarfilm Amma & Appa anhand der deutsch-indischen Liebe der beiden Filmemacher Franziska Schönenberger und Jayakrishnan Subramanian, die von der schwierigen Zusammenführung ihrer Familien erzählen.

Die deutsche Franziska verliebt sich im Urlaub in den Inder Jay. Trotz der großen Distanz wird aus dem Flirt eine stabile Beziehung und spätestens als Jays traditionelle tamilische Familie eine Ehe arrangieren will, wird es Zeit, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Für Amma & Appa bricht eine Welt zusammen, bedeutet die Ehe mit einer deutschen Frau doch den Verlust jener gemeinsamen Zukunft mit ihrem Sohn, auf die sie sich seit 30 Jahren eingestellt haben. Doch auch Franziskas Familie hat große Zweifel an der Verbindung ihrer Tochter und so beschließen die jungen Liebenden ihre Eltern einander vorzustellen.

Amma & Appa ist im Kern ein sehr persönlicher Dokumentarfilm, in dem Franziska als Voice Over den Zuschauer durch eine intime Passage ihrer eigenen Geschichte leitet. Zwar führt auch Jay zuweilen die Kamera, doch bleibt der Fokus auf der deutschen Franziska. Diese Einseitigkeit verwirrt, verleiht sie doch auch dem Gesamtfilm eine europäische Perspektive. Indien und seine Bewohner sind das Fremde, das Exotische, in das die Kamera vordringt, selbst dann wenn Jay die Bildausschnitte bestimmt. Zudem wird die Liebe der jungen Filmemacher_innen für das Kinopublikum nicht erfahrbar. Obwohl doch Ausgangspunkt der Ereignisse und Grundlage der Nebeneinanderstellung indischer und deutscher Traditionsfamilien, tritt die Liebesgeschichte vollkommen in den Hintergrund. Es scheint Franziska und Jay um etwas ganz anderes zu gehen. Aber um was?

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Autor

Sophie Charlotte Rieger
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