Von Mädchen und Pferden

© Salzgeber & Company

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Allein der Filmtitel Von Mädchen und Pferden eröffnet ein schier unendliches Spektrum unterschiedlichster Klischees über Pferdemädchen und Wendy-Leserinnen. Vor dem inneren Auge tauchen umgehend märchenhafte Reiterhofkulissen und romantisierte Geschichten über Pferdefreund_innenschaften und die erste Liebe auf. Doch weder ist Hauptfigur Alexa ein klassisches Pferdemädchen noch ist ihre Geschichte ein Pferdemärchen. Viel mehr spielt Regisseurin und Drehbuchautorin Monika Treut bewusst mit diesen Klischees, um aus der Frustration der Zuschauererwartung die Kraft ihres Films zu generieren.

Alex (Ceci Schmitz-Chuh) könnte einen wandelnden Stereotyp darstellen, direkt aus dem Nachmittagsprogramm der Privatsender entsprungen. Eine bockige Stadtgöre auf ihrem Weg der Läuterung durch die Begegnung mit der Natur. Alex’ Adoptivmutter hat die autoaggressive Schulabbrecherin zum Praktikum auf einen Reiterhof in Norddeutschland geschickt, um dem Lebensweg des Mädchens eine neue Richtung zu geben. Doch Monika Treut vermeidet alle Klischeefallen, die sich durch diese Figurenzeichnung anbieten. Ihre Alex ist kein trotzig rebellierender Teenager, sondern ein sensibles Mädchen, das sich schnell in das Hofleben einfühlt und nach kurzer Skepsis begeistert mit anpackt.

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Autor

Sophie Charlotte Rieger
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