Femmes Totales – Fünf Filmlöwinnen auf Kinotour

femme-totalDie Filmreihe Femmes Totales schickt ab dem 24. November 2016 fünf unter weiblicher* Regie entstandene Filme durch Kinos in ganz Deutschland. Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Hannover stehen als Stationen bereits fest, doch die Liste wird laufend aktualisiert und es kommen immer wieder neue Locations dazu. Ein solches Projekt unterstützt die FILMLÖWIN natürlich gerne, ist deshalb offiziell Kooperationspartnerin der Tour und hat Organisatorin Monika Kijas eine Ausgabe von GUT GEBRÜLLT gewidmet.

Kijas hat bei der Auswahl der Filme auf Abwechslung geachtet: Es wird dramatisch, lustig, spannend und erhellend. Und damit ihr euch den richtigen Film für die richtige Stimmung aussuchen könnte, folgt nun ein kleiner Überblick über die tourenden Werke. Die Termine sowie weitere Informationen zu der Femmes Totales Kinotour gibt übrigens es auf der dazugehörigen Webseite.

Hitzewelle von Joyce A. Nashawati

© Femmes Totales

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Ein Szenario irgendwo zwischen Western, Psycho-Thriller und post-apokalyptischer Science Fiction: Der arabische Migrant Ashraf soll das Haus einer wohlhabenden Familie hüten. Isoliert in der staubtrockenen Wüste des ländlichen Griechenlands gelegen, wird die großzügige Villa mit Pool und Garten von einem Phantom heimgesucht, das den Helden zunehmend an seinem Verstand zweifeln lässt. Wer hat es auf ihn abgesehen? Der Feinde gibt es viele, denn während die Privatisierung von Trinkwasser das Land in Chaos und Anarchie stürzt, sitzt ausgerechnet der ohnehin unliebsame „Flüchtling“ buchstäblich in einer Oase des Wohlstands.


Girls Don’t Fly von Monika Grassl

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Was wie ein Dokumentarfilm über ein Empowerment Projekt für junge Frauen* in Ghana beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einem immer erbarmungsloseren Portrait patriarchaler und kolonialer Strukturen sowie ihrer untrennbaren Verschränkungen miteinander. Spätestens der finale Twist lässt die vermeintliche „Entwicklungsarbeit“ der Pilotinnen-Fortbildung in völlig neuem Licht erscheinen, allerdings ohne die Schüler_innen jemals als Opfer zu inszenieren. Auch wenn Girls Don’t Fly vorübergehend tiefe Aggressionen schürt, sollte eines diesen Film unbedingt bis zum Ende ansehen.


Null Motivation von Talya Lavie

© eksystent

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Eine Militärbasis mitten in der israelischen Wüste ist der Schauplatz von Talya Lavies Coming of Age Komödie über zwei junge Soldatinnen im Kampf gegen die Langeweile und für ihre großen und kleinen Träume. Während Daffi alles dafür unternimmt, nach Tel Aviv versetzt zu werden, möchte Zohar unbedingt ihre Jungfräulichkeit verlieren. Doch die Solidarität der jungen Frauen leidet unter den militärischen Strukturen, bis sich schließlich Freundschaft in Feindschaft wandelt. Zero Motivation ist eine ungewöhnliche, manchmal fast groteske Tragikomödie, die immer wieder die Frage stellt: Ist das wirklich zum Lachen?


Geschichten aus Teheran von Rakhshan Bani-Etemad

© eksystent

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Um den bürokratischen Hürden eines Spielfilmdrehs im Iran aus dem Weg zu gehen, entschied die iranische Regisseurin Rakhshan Banietemad, mehrere Kurzfilme zu produzieren und zu einem Gesamtwerk zu montieren. Mit dokumentarischer Direktheit fängt die Kamera hier Geschichten des iranischen Alltags ein, die zwar verschiedene Missstände illustrieren, dabei aber insbesondere die Rolle der Frau in den Blick nehmen. Der Realismus der Inszenierung bedrückt. Dass eine Regisseurin diesen Film produzieren konnte und dieser gar bei den Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb lief, ist aber ein herrlicher Hoffnungsschimmer.


Yulas Welt von Hanna Polak

© eksystent

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Hanna Polaks Langzeitdokumentation Yulas Welt beginnt überaus trist und ohne Hoffnungsschimmer auf einer Müllkippe am Rand von Moskau, wo die 10jährige Protagonistin in absoluter Armut lebt. Bei jedem Zeitsprung hoffen wir als Zuschauer_innen auf neue Bilder und doch tauchen immer wieder dieselben Bretterverschläge, dreckigen Gesichter und kreisenden Vodka-Flaschen auf. Gibt es aus diesem Leben denn kein entrinnen? Doch von der anfänglichen Tristesse sollte sich niemand abschrecken lassen, denn am Ende entwickelt sich Yulas Welt zu einer unvergleichlichen und absolut sehenswerten Empowerment-Geschichte.

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