Die Kinder vom Napf

Schon oft hat sich die Schweizer Dokumentarfilmerin Alice Schmid mit den Kindern dier Welt beschäftigt. In Shall I Stay Or Shall I Go und I Killed People waren Kindersoldaten in Afrika ihr Thema, in ihrem vielleicht bekanntesten Film Sag Nein setzte sie sich mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinander. Etwas weniger düster geht es in ihrer jüngsten Dokumentation Die Kinder vom Napf zu: Die Protagonisten sind Schweizer Kinder im Grundschulalter, die im Napf, einer abgelegenen Bergregion am Rande des nördlichen Emmentals leben. Schmid hat sie über ein ganzes Jahr hinweg beobachtet, der Blick der Regisseurin bleibt dabei jedoch so distanziert, dass sich aus den fragmentarischen Einblicken in die Lebenswelt dieser Region nur schwer ein größerer Kontext erschließt.

© MFA

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Bis zu 10 Kilometer lang ist der Schulweg, den Die Kinder vom Napf zurücklegen müssen. Im Stockdunkeln stapfen sie durch den Schnee zur Seilbahn, um in den nächsten größeren Ort zu gelangen. Schnell wird deutlich, dass sich das Leben dieser Kinder in einer vollkommen anderen Sphäre abspielt, als das ihrer Altersgenoss_innen in städtischen Gebieten. Statt Fernsehen und Internet ist hier das Radio das Tor zur Welt. Ihre „Freizeit“ verbringen die Kleinen größtenteils damit, die Eltern bei der Arbeit auf dem Feld und im Stall zu unterstützen. Und auch wenn der Fortschritt manchmal Einzug hält – in Form eines Keyboards etwa – wirkt der Alltag dieser Kinder wie eine romantisierte Kindheitserinnerung der heutigen Großelterngeneration.

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Fazit: Auch wenn Alice Schmid in ihrem Film Die Kinder vom Napf Einblicke in eine Lebenswelt liefert, die den meisten Kinozuschauern fremd sein dürfte, weckt sie wenig Interesse und erschwert die Anteilnahme. Zu distanziert ist ihr Blick, zu frei von jeglicher Emotion, um über eine bloße Betrachtung hinauszugehen.

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