Dido Elizabeth Belle

Im traditionellen Kostümfilm tummeln sich zarte, blasshäutige Damen*, deren erklärtes und meist einziges Ziel es ist, sich an den schönsten Mann* in ewig-romantischer Liebe zu binden. Dido Elizabeth Belle von Regisseurin Amma Asante und Drehbuchautorin Misan Sagay ist zwar durch und durch melodramatisch-kitschiges Kostümkino, sträubt sich jedoch mit Haut und Haaren gegen die eigenen rassistischen und patriarchalen Klischees.

© 20th Century Fox

Dido Elizabeth Belle (Gugu Mbatha-Raw) ist die uneheliche Tochter eines britischen Admirals und einer schwarzen Sklavin. Auf Wunsch des Vaters wächst sie im aristokratischen Haushalt ihres Großonkels, dem Richter Lord Mansfield (Tom Wilkinson), als Schwester der gleichaltrigen Elizabeth (Sarah Gadon) auf. Doch insbesondere als beide Mädchen* ein heiratsfähiges Alter erreichen, muss Dido erkennen, dass ihr auf Grund der dunklen Hautfarbe eine Sonderstellung zukommt. Während Lord Mansfield einen Fall verhandelt, der die Institution der Sklaverei grundlegend in Frage stellt, beginnt auch Dido an den Strukturen ihrer Gesellschaft zu zweifeln. Gefangen zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und dem Drang nach Freiheit und wahrer Liebe muss sie eine mutige Entscheidung treffen.

(…)

Dido Elizabeth Belle ist keine feministische Kampfansage, sondern ein Film für all jene, die im Kino vor allem große Gefühle suchen und sich nicht daran stören, die selbe Geschichte von unsternbedrohter Liebe im Korsett der Aristokratie so oder so ähnlich schon zigfach gesehen zu haben. Die Menschen auf der Leinwand entsprechen, wie es sich für dieses Genre gehört, unserem westlichen Schönheitsideal (ein Fakt, der in Anbetracht des Themas durchaus zu kritisieren ist) und die verbotene und sehnsüchtige Liebe Didos zu einem Pfarrerssohn (Sam Reid) entfaltet wahre Romantik. Visuell bleibt Dido Elizabeth Belle recht einfallslos und verzichtet darauf, neue Darstellungswege zu suchen. Man könnte aber auch sagen, Asanta und Sagay suchen bewusst die Nähe zum traditionellen Kostümdrama, um es für ihre eigenen Inhalte zu nutzen. Damit haben sie mit Sicherheit kein filmisches Meisterwerk geschaffen, aber doch einen anrührenden und besonderen Film über eine bemerkenswerte Frau*.

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